(überarbeitet am 09.12.2010)

Vor nicht all zu langer Zeit sorgte eine Studie für ziemlich viel Wirbel, die 2005 im Wissenschaftsmagazin THE SCIENTIFIC WORLD unter dem Titel Rationality and irrationality in Ryke Geerd Hamer’s system for holistic treatment of metastatic cancer erschienen war.

Die Autoren Sören Ventegodt, Jorgen Niels Andersen und Joav Merrick beabsichtigten mit ihrem Aufsatz, „zu untersuchen, ob die von dem deutschen Arzt Ryke Geerd Hamer entdeckten ‚medizinischen‘ Gesetze auf der Basis der heutigen ganzheitlichen Medizintheorie verifizierbar sind.“

In der Zusammenfassung heißt es unter anderem:

„Einige von Hamers ‚medizinischen Gesetzen‘ sind in Übereinstimmung mit den anerkannten Theorien der heutigen Ganzheitsmedizin, wie zum Beispiel mit der Theorie von Aaron Antonovsky (1923 – 1994), Abraham Harold Maslow , Victor Frankl und unserer eigenen Arbeit, die das Heilen der Gesamtperson ins Auge fasst. … Unsere Untersuchung hat klar ergeben, dass die zwei wesentlichen Grundsätze von Dr. Hamers Arbeit (sein erstes und zweites Gesetz) als anerkannte Richtlinien der heutigen Ganzheitsmedizin gelten, die der jüdische Denker Aaron Antonovsky bestens formuliert hat. …“

Eine Diskussion der Frage, wie viel die Arbeiten des Arztes Hamer mit den Ideen des Soziologen Antonovsky wirklich gemein haben, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und soll deshalb ggf. an anderer Stelle ausgeführt werden.

Die Aussage der drei Wissenschaftler, die ersten beiden biologischen Naturgesetze gelten als „als anerkannte Richtlinien der heutigen Ganzheitsmedizin“, machte jedoch hellhörig. Gleichzeitig entstand die Idee, nach Spuren früherer Forscher zu suchen, die mit ihren Arbeiten gewissermaßen Vorreiter waren auf dem Weg zur Entdeckung der Biologischen Naturgesetze.

Nachfolgend soll es im Besonderen um die Vorgeschichte des zweiten Biologischen Naturgesetzes gehen, dem „Naturgesetz von der Zweiphasigkeit aller Erkrankungen“.

1878 – Das Milieu intérieur

Den Beginn der modernen Forschung über die Zusammenhänge zwischen seelischem und körperlichem Befinden kann man etwa auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts datieren. Der berühmte französische Physiologe Claude Bernard , der auch bekannt ist für seinen Satz „Le germe n’est rien, le terrain est tout!“ , auf Deutsch „Der Keim ist nichts, das Milieu ist alles!“, mit dem er der von Louis Pasteur propagierten Infektionstheorie widersprach, wies damals als Erster darauf hin, dass die „internen Verhältnisse“ (Milieu intérieur) in einem Organismus auch bei veränderten äußeren Verhältnisse einigermaßen konstant bleiben müssen.

„Die Konstanz des ‚Milieu intérieur‘ ist die Vorbedingung für ein freies, unabhängiges Leben: der Mechanismus, der dies ermöglicht, garantiert im Organismus die Aufrechterhaltung aller für das Leben notwendigen Bedingungen. So kann man verstehen, daß es für die einfachen Organismen (êtres simples), deren Bestandteile in direktem Kontakt mit der Umwelt (milieu cosmique) stehen, kein freies und unabhängiges Leben gibt, und daß diese Form des Lebens ausschließlich den Organismen zukommt, die zu einem Gipfel der Komplexität und der organischen Differenzierung gelangt sind. Die Konstanz des ‚Milieu intérieur‘ setzt eine solche Vollkommenheit des Organismus voraus, damit die Veränderungen in der Umwelt in jedem Augenblick kompensiert und ausgeglichen werden. Daraus folgt, daß ein hochentwickeltes Lebewesen weit davon entfernt ist, seiner Umwelt gegenüber reaktionslos zu sein. Es steht im Gegenteil in einer engen und sinnvollen Beziehung mit ihr, und zwar derart, daß sein Gleichgewicht durch eine ständige und sehr feine Kompensation zustande kommt, die wie die feinste Waage arbeitet.“
(Bernard, 1878, S. 113.)

Literatur

1910 – Die Autonome Balance von Sympathikus und Parasympathikus

Hans Eppinger jun. und Leo Hess von der I. medizinische Universitäts-Klinik Wien beschrieben ein Ungleichgewicht in der Aktivierung von Sympathikus und Parasympathikus als Ursache verschiedener Symptome und Krankheiten. Ihrer Beobachtung nach könne man zwei Typen von Individuen unterscheiden, den Vagotoniker und den Sympathikotoniker. Der Vagotoniker habe einen niedrigen Puls, enge Pupillen und trockene, kühle Hände, der Sympathikotoniker dagegen einen erhöhten Puls, weite Pupillen und feuchtkalte Hände (vgl. Frederic Vester, Phänomen Streß , S. 68).

Literatur

1915 – Flight or fight reaction

Nach der Theorie des amerikanischen Physiologen Walter Bradford Cannon reagiert ein Individuum auf eine plötzlich auftauchende Gefahr mit der Aktivierung des Sympathikus und gleichzeitiger Freisetzung von Adrenalin (mittels der sog. Sympathikus-Nebennierenmark-Achse). Das Lebewesen erhält dadurch die überlebensnotwendige Energie für Kampf oder Flucht (vgl. Ryke Geerd Hamer, Vermächtnis einer Neuen Medizin , 1998, Band 1, S. 186)

Literatur

1924 – Die Biologische Leukozytenkurve

Viktor Schilling beobachtete die Veränderungen im Blutbild während des Verlauf von Erkrankungen. Demnach ändert sich das Verhältnis von der weißen Blutkörperchen (Neutrophilen, Monozyten und Lymphozyten) im Verlauf des Prozesses, den Schilling in drei Phasen unterteilte:

  1. neutrophile Kampfphase
  2. monozytäre Überwindungsphase
  3. lymphozytäre Heilphase und postinfektiöse Eosinophilie

(Grafik aus http://www.tk-online.de/rochelexikon/ro02500/r03794.000.html)

Literatur

1926 – Die Homöostase

Homöostase (homoios = gleich, statis = Stand) beschreibt einen physiologisch stabilen Zustand.

Walter Bradford Cannon griff die oben erwähnte Arbeit Claude Bernards über das Milieu intérieur auf und schlug vor „die koordinierten physiologischen Prozesse, welche die meisten gleichbleibenden Verhältnisse im Organismus aufrecht erhalten“ , als Homöostase zu bezeichnen.

„Ein traumatisches Erlebnis beim Bergsteinen, das sich nach überstandener Gefahr in eine Art heftigen Schüttelfrost umsetzte, ließ Cannon danach dem biologischen Sinn solcher Reaktionen suchen. Er versuchte, das Gesamtverhalten des Lebewesen zu erfassen und stieß dadurch unweigerlich auf die enge Verbindung von Organismus und Umwelt. Die Muster der Bereitstellungen betreffen das Lebewesen, das sich in einer zu ihm passenden Umwelt bewegt, wie auch die Umgebung selbst, die durch den Filter dieser Reaktions- und Erlebnisbereitschaft im Sinn einer subjektiven Umwelt strukturiert wird. Dieser gesamte Prozeß erlaubte eine Deutung, die nach dem Sinn, dem Ziel und der Zweckmäßigkeit fragte und damit die Tiefendimension der Naturphilosophie Thure von Uexkülls erreichte“
(aus Thure von Uexküll , Rainer Otte, Vandenhoeck & Ruprecht, 2001)

1934 – Die Vegetative Gesamtumschaltung

Ferdinand Hoff (Universitätsklinik Königsberg i. Pr.) beschrieb den Zusammenhang zwischen der vegetativen Innervation, der Ausschüttung von Hormonen und anderer physiologischer Parameter. Schematisch stellte er diese Verknüpfungen als Räderwerk dar.

(Grafik entommen aus dem Artikel Über das Zusammenspiel der Vegetativen Regulationen )

Literatur

1936 – Die Entdeckung des Stress

Im Jahr 1925 beobachtete der Medizinstudent Hans Selye , dass Patienten unabhängig von ihrer jeweiligen Erkrankung gemeinsame, typische Symptome zeigen wie z. B. kalte Haut, wenig Appetit, Schlafstörungen, Schmerzen und Gewichtsverlust, Fieber, Hautveränderungen, Entzündungen etc. Die Patienten fühlten sich krank und meist körperlich schwach. Selye beschrieb dies als Syndrom des „Krankseins an sich“, war jedoch durch sein Studium gezwungen, sich mit anderen Dingen zu befassen und verlor die Angelegenheit wieder aus den Augen.

Erst 10 Jahre später, im Jahr 1935 kam er wieder darauf zurück, als er beim Experimentieren mit Laborratten zu seiner Überraschung die früher an Patienten festgestellten Symptome beobachtet. Er war mit der Erforschung von Sexualhormonen beschäftigt und hatte dazu diese Ratten allerlei Belastungen durch chemische Substanzen und Präparate (Gewebeextrakte, Formalin, Adrenalin, Insulin), aber auch physischen Belastungen wie Wärme, Kälte, körperliche Verletzung, Röntgenstrahlung, Lärm, Lichtreizen, Blutungen oder extremer Muskelarbeit unterzogen und immer wieder die selben, gemeinsamen Symptome registriert.

Darüber schreibt er „Wir konnten tatsächlich keinen schädlichen Reiz finden, der unser Syndrom nicht auslöste.“ (Einführung in die Lehre vom Adaptationssyndrom, Georg-Thieme-Verlag, 1953)

Selye schloss daraus, dass jeglicher Reiz sowohl eine spezifische als auch eine unspezifische Reaktion zur Folge haben kann.

Auf der Suche nach einem Namen für diese Reaktion entschied er sich, das bisher in der Physik gebräuchliche Wort „Stress“ zu übernehmen. Zur Abgrenzung von der Physik sprach er vom „biologischen Stress“. Der jedem geläufige Begriff „Stress“ geht somit auf Hans Selye zurück. Selye wird deswegen häufig auch als „Vater des Stress“ bezeichnet.

Selyes Definition des Stress:

„Die Summe aller nichtspezifischen biologischen Erscheinungen (einschließlich Schädigungen und Abwehr). Er kann örtlich sein (wie z. B. bei einer Entzündung) oder allgemein (wie beim Allgemeinen Adaptationssyndrom).“
(Einführung in die Lehre vom Adaptationssyndrom, Georg-Thieme-Verlag, 1953)

Verursacht wird Stress durch einen Stressor:

„Ein Stoff, der Stress erzeugen kann. Wir unterscheiden den allgemeinen Stressor – alarmierenden Reiz (ein Stoff, der imstande ist, ein AAS (Allgemeines Adaptationssyndrom) zu erzeugen) – vom örtlichen Stressor (einem Reiz, der Entzündungen verursacht).“

Selye leistete somit grundlegende Arbeit und löste einen Boom der Stressforschung aus. In den 50er Jahren zählte er zu den weltweit bekanntesten Wissenschaftlern. Leider stellte er sich nie konkret die Frage, was passiere, wenn der Einfluss des Stressor nachlässt oder verschwindet, sondern widmete sich zeitlebens der Erforschung der endokrinen Vorgänge (sog. Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) und der Möglichkeit einer hormonellen Therapie.

Literatur

1942 Post-shock Metabolic Response – Ebb phase und Flow phase

David Paton Cuthbertson beschrieb die Veränderung des Stoffwechsels bei traumatisierten Patienten in zwei Phasen:

  1. Ebb pase: Sie folgt unmittelbar nach der Traumatisierung. Die Kerntemperatur, Sauerstoffverbrauch und Gewebedurchblutung sind reduziert
  2. Flow phase: Folgt auf die ebb phase, falls der Patient diese überlebt hat. Erhöhung der Temperatur, des Sauerstoffverbrauchs und der Stickstoffausscheidung

Literatur

1946 – Das Allgemeine Anpassungssyndrom

(auch Generelles Adaptationssyndrom)

Nachdem Hans Selye über die notwendige Ausrüstung und Mittel verfügte, entschied er, sich der Erforschung des Stress zu widmen. Er kam zu dem Schluss, dass die Reaktion auf einen Stressor in der Regel nach einem dreiphasigen Schema verläuft.

(Grafik aus „Stress – Lebensregeln vom Entdecker des Stressyndroms“, Hans Selye, 1977)

Die drei Phasen des allgemeinen Anpassungssyndroms

A. Alarmreaktion: Der Körper weist die für die erste Einwirkung des Stressors charakteristischen Veränderungen auf. Gleichzeitig sinkt der Widerstand, und wenn der Stressor stark genug ist (schwere Verbrennungen, extreme Kälte oder Hitze), kann der Tod eintreten.

B. Stadiums des Widerstands: Wenn sich die anhaltende Einwirkung des Stressors mit einer Anpassung vereinbaren lässt, setzt der Widerstand ein. Die charakteristischen körperlichen Merkmale der Alarmreaktion verschwinden gänzlich, und die Widerstandsfähigkeit steigt beachtlich über die Norm an.

C. Stadium der Erschöpfung: Wenn sich die Einwirkung des Stressors, an den sich der Körper angepasst hat, unbegrenzt fortsetzt, kommt es schließlich zur völligen Verausgabung der Anpassungsenergie. Die Symptome der anfänglichen Alarmreaktion stellen sich wieder ein, sind aber nun nicht mehr rückgängig zu machen, und das Individuum stirbt.

Bedeutsam ist auch, dass Selye mit seinen umfangreichen Forschungen den stressbedingten Auf- und Abbau von Körpergeweben eindeutig belegte.

Aus heutiger Sicht beschreibt Selye das, was von Hamer ca-Phase benannt wurde. Nach Eintreten des Stressors reagiert der Organismus mit Sympathikotonie und versucht, der Belastung zu widerstehen. Hält dieser Zustand zu lange an, tritt die Erschöpfung und evtl. auch der Tod durch Auszehrung (Kachexie) sein.

Literatur

1953 – Postaggressionssyndrom und Postaggressionsstoffwechsel

Bereits 1937 beschrieb René Leriche die sog. Operationskrankheit und schuf den Begriff des Postaggressionssyndroms . Francis Daniels Moore fasste in seinem 1959 erschienenen Buch Metabolic care of the surgical patient den damaligen Wissensstand umfassend zusammen, weshalb heute meist er in Zusammenhang mit dem Postaggressionssyndrom zitiert wird.

Unter dem Begriff des Postaggressionsstoffwechsels verstand man die beim chirurigschen Patienten zu beobachtenden Stoffwechselveränderungen. Diese gleichförmigen Reaktionen des Vegetativums, des Neuroendokrinums und der peripheren Hormondrüsen waren nach Verletzungen oder Operationen beobachtet worden. Später zeigte sich jedoch, dass auch beispielsweise nach einem Schock, bei einer Entzündung, einer Sepsis, bei Tumorerkrankungen bis hin zur Kachexie, bei Erkrankungen des Verdauungsapparats oder nach schweren Verbrennungenen ähnliche Veränderungen auftreten. Beachtung findet der Postaggressionsstoffwechsel heute vor allem in der Chirurgie und bei der Ernährung von Intensivpatienten.

Das Postaggressionssyndrom lässt sich in vier Phasen einteilen:

  1. Akutphase (Aggressions- oder Schockphase)
  2. Adrenergisch-corticoide Phase, Verletzungsphase oder Postaggressionsphase (katabole Phase)
  3. Corticoide Rückbildungsphase oder Wendephase
  4. Regenerationsphase (anabole Phase), die wiederum untergliedert wird in
    • Fettansatzphase
    • Rekonvaleszenzphase

Literatur

1954 – Der vegetative Dreitakt

Hans Siedek, tätig am Wiener Wilhelminenspital, griff die Arbeiten von Hoff uns Selye auf und erforschte die körperlichen Reaktion auf einen Reiz, indem er Fieber durch die Injektion sog. Pyrogene erzeugte. In einem 1954 veröffentlichten Aufsatz Über die zeitlichen Verhältnisse der phasenförmigen Reizbeantwortung nach Pyrogeninjektion stellte er fest:

„Durch die Forschungsergebnisse von Hoff, Reilly und Selye ist klar-
gestellt worden, daß jegliche Reizbeantwortung des Organismus phasen-
förmig in unspezifischer Weise erfolgt. Durch den Nachweis einer Vor-
phase vor den zwei Phasen Hoffs brachten wir die vegetative Gesamt-
umschaltung von Hoff und Selyes Generaladaptionssyndrom auf einen
Nenner, dem jetzt Hoff und andere beigestimmt haben.

Da wir aber die gleichen drei Phasen auch bei kleinsten physiologischen
Reizen, wie Licht- und Lauteinwirkung, Flüssigkeitszufuhr und minimaler
Arbeit feststellen konnten, prägten wir den Begriff ‚Vegetativer Dreitakt‘
und sehen darin ein allgemeines Naturgesetz, dem auch einzelne Zellen
unterworfen sein können (Spitzy) (Abb. 1).“

Tabelle mit einer Beschreibung des vegetativen Dreitakts
(Tabelle entnommen aus dem Aufsatz Über die zeitlichen Verhältnisse der phasenförmigen Reizbeantwortung nach Pyrogeninjektion von Hans Siedek, 1954)

Eine grafische Darstellung dieses mehrphasigen Verlaufs findet sich später bei Frederic Vester:

(Grafik entnommen „Phänomen Streß“, Frederic Vester, dva, 1976)

Bemerkenswert ist zum einen, dass Siedek eine Erholungsphase beschreibt, in der der Organismus nach Verschwinden des Stressors regeneriert, zum anderen dass er bereits von einem „allgemeinen Naturgesetz“ spricht. Somit kommt diese Darstellung der später von Hamer beschriebenen, aus ca-Phase und pcl-Phase bestehenden, als Naturgesetz definierten Zweiphasigkeit sehr nahe.

Literatur

1981 – Das biologische Naturgesetz von der Zweiphasigkeit aller Erkrankungen

Ryke Geerd Hamer beschreibt den vegetativen Wechsel als zweiphasigen, mit einem biologischen Konfliktschock (Dirk-Hamer-Syndrom) beginnenden Vorgang. Der durch Dauer-Sympathikotonie gekennzeichneten konfliktaktiven Phase, die bei sehr langer Dauer und starker Intensität zur Kachexie führen kann, folgt nach Lösung des biologischen Konflikts die vagotone Heilungphase.

(Grafik aus „Krebs – Krankheit der Seele“, Ryke Geerd Hamer, 1984)

Bereits 1987 beschreibt Hamer die während dieser Heilungsphase (Regeneration) auftretende sog. Epileptische (epileptiode) Krise, die er später als eindeutig sympathikotonen Vorgang erkennt, welcher auf dem Höhepunkt der Heilungsphase (also bei maximaler Vagotonie) auftritt und somit die Heilungsphase explizit in zwei Abschnitte unterteilt.

(Grafik aus „Vermächtnis einer Neuen Medizin“, Ryke Geerd Hamer, 1987)

Dieses zweiphasige Schema liegt nach Hamer allen sinnvollen biologischen Sonderprogrammen (SBS) zu Grunde, weshalb er es 1981 als 2. Biologisches Naturgesetz deklarierte. Revolutionär an Hamers Modell ist, dass es neben der physiologischen Ebene auch die psychische Komponente mit einbezieht und dadurch für jeden Abschnitt dieses Verlaufs eine exakte Beschreibung sowohl der physiologischen als auch der psychischen Symptome möglich ist.

(Grafik entnommen aus „Vermächtnis einer Neuen Medizin“, Ryke Geerd Hamer, 7. Aufl., 1999)

Literatur

Was an den Universitäten gelehrt wird

z. B. in Freiburg durch Dr. Volker Schneider: Ein Mix aus Selyes Adaptionssyndrom und Siedeks vegetativem Dreitakt

Quelle: http://www.akademie.uni-freiburg.de/gesundheitspaedagogik/storage/stress

durch Dr. Götz Fabry, ebenfalls Uni Freiburg: Er bezieht sich auf auf Siedeks Modell des vegetativen Dreitakts und verwendet mit entsprechendem Hinweis eine Grafik aus Vesters 1976 erschienenen Buch Phänomen Streß .

Quelle: http://www.medpsych.uni-freiburg.de/skripts/Stress_Skript_03.pdf

Zusammenfassung

Alle oben aufgeführten Modelle beschreiben den durch einen Stressor ausgelösten Wechsel des Vegetativums zwischen Sympathikotonie und Vagotonie (Parasympathikotonie) und die damit einhergehenden physiologischen Reaktionen. Gemeinsam haben diese Modelle ebenfalls, dass sie sowohl physische wie auch psychische Stressoren als Auslöser beschreiben, weshalb sie unter dem Begriff der biologischen Stressmodelle zusammengefasst werden können. Auf der Seite der Symptome beschränken sie sich jedoch weitgehende auf die physischen Reaktionen. Die herausragende Ausnahme bildet darin Dr. Hamers Beschreibung der Zweiphasigkeit, die auch Reaktionen auf psychischer Ebene mit einbezieht.

Prinzipiell hätte jeder der früheren Autoren die Chance gehabt, auf die von Hamer entdeckten Zusammenhänge zu stoßen. Jedoch kamen die Autoren aus unterschiedlichen Disziplinen, was vermutlich der Grund war, dass jeder seinem Modell einen anderen Namen verlieh und in manchen Fällen der berühmte Blick über den Tellerrand verhindert blieb. Um Dr. Hamer zu zitieren:

„…die ja nach dem ersten Sturm der Entrüstung dann wohl in den entsprechenden Spezialdisziplinen rasch erfolgen wird, wird – davon bin ich überzeugt – meine Ergebnisse lückenlos bestätigen und im Detail ergänzen. Dann wird man wieder fragen, warum man darauf nicht schon früher gekommen ist.“

Weiterführende Literatur

Tabellarische Übersicht einiger biologischen Stressmodelle und ihrer Phasen

Autor

Bezeichnung des Modells

Schockphase

Sympathikotone Phase
(katabol, ergotrop)

Wendepunkt

Parasympathikotone Phase
(anabol, trophotrop)

(1915) Walter B. Cannon

Notfallreaktion

Flight or Fight Reaction (Entscheidung für Flucht oder Kampf)




(1924) Viktor Schilling

Biologische Leukozytenkurve

Variable Vorphase

Neutrophile Kampfphase

Monozytäre Überwindungsphase

Eosinophil-lymphozytäre „Heilphase“

(1934) Ferdinand Hoff

Vegetative Gesamtumschaltung

Vagotone Vorphase mit Leukopenie

Phase 1: sympathikoton, ergotrop


Phase 2: parasympathikoton, trophotrop

(1937) René Leriche

Operationskrankheit





(1942) David Cuthbertson


Ebb phase

Flow phase

Turning point

Anabolic phase

(1946) Hans Selye

Allgemeines Anpassungssyndrom (Generelles Adaptationssyndrom)

Alarmreaktion (Schockreaktion)

Stadium des Widerstandes (Gegenschock, Resistenz) | Stadium der Erschöpfung



(1953) Francis D. Moore

Postaggressionsstoffwechsel


Adrenergisch-corticoide Phase, Verletzungsphase

Corticoide Rückbildungsphase, Wendephase

Anabole Phase (Fettansatzphase | Rekonvaleszenzphase)

(1954) Hans Siedek

Vegetativer Dreitakt

Bereitstellungsphase

Leistungsphase


Erholungsphase

(1955) Franz Thedering jr. und G. Böwing


Initiale Schockphase

Ergotrope Reaktionsphase


Normalisierungsphase

(1981) Ryke Geerd Hamer

Dirk-Hamer-Syndrom (DHS)

Konfliktschock

Konfliktaktive Phase (ca-phase)

Konfliktlösung

Konfliktgelöste Phase
(pcl-A | epi. Krise | plc-B)

(1982) Altemeyer et al.

Postaggressionssyndrom

Aggressionsphase

Postaggressionsphase


Regenererationsphase

4 Kommentare und 1 Trackback/Pingback

1. Dr. W. Maas

Kommentar vom 11. Dezember 2010

Eine schöne Einführung, nur ist das mit Victor Frankl nicht klar – er wird am Anfang erwähnt, aber es gibt keine Angabe weshalb, kein Zitat, keine Literaturangabe.
Theorie und Therapie ver Neurosen?
Ärztliche Seelsorge?
Der leidende Mensch, anthropologische Grundlagen der Logotherapie?
Bin mal gespannt.

2. as

Kommentar vom 12. Dezember 2010

Intention dieses Artikel ist, eine Zusammenfassung der bekanntesten biologischen Stressmodelle zu bieten, d. h. Modelle, die einen Reiz (Schock, Trauma) als Auslöser und den Wechsel des vegetativen Tonus als Reaktion beschreiben.

Frankl wurde lediglich im Zusammenhang mit der eingangs zitierten, von Ventegodt, Andersen und Merrick veröffentlichten Studie erwähnt, deren Diskussion, wie schon oben geschrieben, den Rahmen dieses Artikels sprengen und auch am Thema vorbeigehen würde.

3. Angela

Kommentar vom 27. Januar 2011

Wenn Hamer seine Theorien (die er ja im Gegensatz zu den Autoren oben auf alle Krankheiten bezieht) tatsächlich von Siedek übernommen hat, dann bleibt völlig unverständlich warum er ihn nicht zitiert. Wenn Hamer seine Hypothesen nicht aus von ihm ausgesuchten (nach welchen Kriterien eigentlich?) Einzelbobachtungen ableiten würde, und sich stattdessen auf seriöse Literaturangaben und Studien berufen würde, würde es ihn glaubwürdiger machen. So bleibt nur der Eindruck eines Besserwissers, dem noch nicht einmal nachgesagt werden kann, dass seine Methode auch nur einem einzigen Menschen nachweisbar geholfen hat.

4. Michael

Kommentar vom 13. April 2011

Angela: Du behauptest, dass Heilungen durch die von Dr. Hamer entdeckte GNM nicht nachweisbar sind. Bei allem Respekt; das ist barer Unsinn.

5. Neue (Denkweisen in der) Medizin « Detlef Nolde

Pingback vom 15. November 2011

[…] Jane Roberts bestätigt Seth die Erkenntnis Hamers von der Zweiphasigkeit: Wie Seth erklärte, sind die Krankheitssymtome oftmals Teil eines Heilungsprozesses. Uns fällt […]

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